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Oliver Küllmer im Interview - Ein Imker berichtet

Hektik im Job, Ruhe in der Freizeit mit Oliver Küllmer. Leiter Service bei FRIMO in Sontra. Leiter Service wird man sicher nicht von heute auf morgen - was gehört dazu? Ein wenig Erfahrung und Flexibilität. In 20 Jahren bei FRIMO hat er einige Etappen durchlaufen, fünf Jahre Montage, drei Jahre Arbeitsvorbereitung und sieben Jahre Projektleitung. Seit fünf Jahren leitet er den Service in Sontra.

Gibt es sowas wie einen "typischen Arbeitsalltag" oder ist jeder Tag anders?

Typisch sind eher häufige Unterbrechungen, um eilige Sachen dazwischenzuschieben. Ein, zwei Anrufe oder E-Mails der richtigen Sorte und die Planung für den Tag ist dahin. Wir können ja ein dringend benötigtes Ersatzteil nicht liegen lassen, weil gerade eine in fünf Monaten geplante Verlagerung kalkuliert wird.

Das höchste Gebot im Service sind "rundum zufriedene Kunden" - also braucht man eine Menge fleißiger "Bienen", um dies gewährleisten zu können?

Hier geht es mehr um Qualität. Kunden, die merken, dass Ihnen zuverlässig und schnell geholfen wird, das sind die zufriedenen. Allerdings werden die Ansprüche immer höher und teilweise auch "verrückter". Da bin ich froh, so ein klasse Service Team zu haben, auf das ich mich jederzeit verlassen kann.

Die Anspielung auf die "Bienen" zielte ja auch mehr auf das Privatleben als Imker - wie kommt man auf so ein Hobby?

Aus Liebe zur Natur. So bin ich neben der Jagd auch zu den Bienen gekommen. Die Zeit am Bienenstand am Bienenstand oder auf dem Hochsitz ist ein idealer Ausgleich zum hektischen Job. Und Bienenvölker machen uns vor, worauf es im Leben ankommst: sich organisieren, die eigenen Aufgaben kennen und im Team optimal zusammenarbeiten.

Und neben der Produktion des leckeren Honigs tun die Bienen ja auch etwas für den Naturschutz. Trotzdem sind sie stark gefährdet! Wie ist es zu der bedrohlichen Lage gekommen?

Die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe macht unseren europäischen Honigbienen zu schaffen. Ein staatenbildendes Bienenvolk ist in Deutschland ohne Imkerhand leider nicht mehr überlebensfähig! Die Milbe allein haben wir zwar im Griff, aber falsch eingesetzte Pflanzenschutzmittel und andere Umwelteinflüsse kommen hinzu und geben den angeschlagenen Bienen den Rest. Wie bei einer Erkältung, zu der noch eine Lungenentzündung hinzukommt - in Kombination lebensgefährlich.

Was hilft, um die kleinen Bienen, die Großes leisten, zu schützen?

Landwirte und Imker müssen besser kommunizieren, z.B. ob und wann welches Spritzmittel geeignet ist. Im eigenen Garten sollte man am besten auf Spritzmittel verzichten, insbesondere auf Glyphosat (z.B. RoundUp). Wildblumen, Kräuter oder auch ein Insektenhotel sind ebenfalls eine gute Sache und helfen unseren Bienen sehr.

Wie kann man eigentlich als Laie die Wespe von der Biene sofort unterscheiden?

Wespen sind in grellem Gelb und schwarz unterwegs, ähnlich unseren Warnfarben an Störkanten von Maschinen. Bienen sind dagegen eher bräunlich gelb und wirken weniger aggressiv. Bienen sind stärker behaart, Wespen ziemlich nackt. Außerdem stehen Wespen auf Fleisch, Bienen gar nicht. Also, das Insekt auf dem Grillfleisch ist zu 99% eine Wespe und keine Biene ;-).

Sie sind hochgradig allergisch. Was machen Sie, wenn Sie dann doch mal gestochen werden?

Kommt drauf an. Ein Streifschuss durch Handschuh oder Jeans ist erstmal "nur" schmerzhaft, ein Volltreffer auf nackter Haut schon ernster. Vor allem, wenn man von seiner Allergie noch nichts weiß. Nach einem Stich im Halsbereich bekam ich Herzrasen, rote Flecken, Schwellungen und starken Juckreiz am ganzen Körper und musste in die Notaufnahme. Heute habe ich mein Notfallset immer dabei. Und es erfreulicherweise noch nie gebraucht. Ruhiges Arbeiten und der richtige Zeitpunkt sind die Devise. Ich versuche immer, bei guten Flugwetter an den Bienen zu arbeiten, denn die Bienen, die draußen auf Schicht ist, kann der Imker nicht stechen.