FRIMO Teamleiter im Hochwassereinsatz in Simbach am Inn

Interview mit Daniel Mahr, Teamleiter im Bereich Montage bei FRIMO in Freilassing

Wenn der Piepser geht, dann muss alles ganz schnell gehen – Daniel Mahr, Teamleiter im Bereich Montage bei FRIMO in Freilassing engagiert sich in seiner Freizeit bereits seit neun Jahren beim THW Berchtesgadener Land (Technisches Hilfswerk) und seit drei Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ainring. Für den zweiten Vorsitzenden des Feuerwehrvereins ist das Helfen in der Not eine echte Herzensangelegenheit. Im Interview spricht Daniel Mahr über sein soziales Engagement und über seinen Hochwassereinsatz in Simbach am Inn, der erst vor einigen Wochen auf Grund von heftigen Überflutungen stattgefunden hat.

Herr Mahr, „Retter in der Not“ zu sein, so wie Sie es momentan innerhalb Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sind, ist für viele Jungen ein echter Kindheitstraum. Haben Sie sich mit Ihrem Engagement diesen Traum erfüllt?

Daniel Mahr (lacht):  Naja, ein gewisses Helfersyndrom war bei mir wirklich schon immer vorhanden. In der Hinsicht vielleicht schon. Allerdings war mein wahrer Kindheitstraum immer, Polizist zu werden. Leider hat das damals nicht so ganz geklappt. Durch einen Bekannten wurde ich jedoch auf FRIMO aufmerksam und bin seit 2005 mit am Bord. Hier arbeite ich zwar nicht in Uniform, trotzdem gefällt es mir bei FRIMO sehr, sehr gut.

Wie sind Sie dazu gekommen, sich in Ihrer Freizeit sowohl beim THW als auch bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren?

Daniel Mahr:  Auf beide Hilfsorganisationen wurde ich durch meine Arbeitskollegen aufmerksam. Da bin ich einfach einmal mitgegangen, schließlich setzt man sich dort für gute Sachen ein. Seit dem bin ich begeistert mit dabei.

Ich möchte auch bei der freiwilligen Feuerwehr und beim THW mithelfen – Wann ist der nächste Einsatz?

Daniel Mahr (lacht): So schnell geht es leider nicht. Sowohl beim THW als auch bei der freiwilligen Feuerwehr müssen gewisse Ausbildungen absolviert werden, bevor man Ausrücken darf. Das THW bietet eine sechsmonatige Grundausbildung an, die erfolgreich mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss. Auch bei der Feuerwehr gibt es die sogenannte „Truppmannausbildung“, die ebenso mindestens 80 Stunden Vorbereitung bedarf, bis man zur Prüfung zugelassen wird. Sind die Prüfungen erst einmal bestanden, so lässt der nächste Einsatz meistens nicht lange auf sich warten.

Die Feuerwehr oder den THW möchte man ja eigentlich nur ungern rufen. Macht es dennoch Spaß zu helfen, wenn es – sowohl wortwörtlich als auch bildlich gesprochen - einmal brennt?

Daniel Mahr: Das macht dann sogar am meisten Spaß! Natürlich handelt es sich in Notfällen um keine schöne Situation, aber nach einem erfolgreichen Einsatz, ist es einfach ein gutes Gefühl, geholfen zu haben.

In so manchen heiklen Situationen braucht man sicher starke Nerven, oder?

Daniel Mahr: Ja, auf jeden Fall. Das Adrenalin kann dann schon einmal hochfahren und man muss aufpassen, dass man keine Fehler macht. Manche Einsätze fordern einen körperlich sowie psychisch besonders, wie es bei Unfällen mit Kindern beispielsweise der Fall ist.

Wie vereinbaren Sie ihr soziales Engagement mit Ihrer Arbeit bei FRIMO?

Daniel Mahr: Im Grunde genommen ist es alles eine Frage der Planung – gutes Zeitmanagement ist alles, um Hobby und Beruf unter einem Hut zu bekommen.
Wenn der Piepser während der Arbeit Alarm schlägt, dann ist es auch kein Problem, in der Arbeitszeit auszurücken. Die Firma stellt sich in dieser Hinsicht niemanden in den Weg! Manchmal überschneiden sich sogar die Arbeit und mein Hobby. So hat das THW beispielsweise mit zwei Fräsmaschineneinbringungen schon so einiges hier bei FRIMO unterstützt.

Teamleiter in der Montage und Feuerwehrmann beziehungsweise Helfer des THWs – ist das nicht total gegensätzlich?

Daniel Mahr (schmunzelt): Auf den ersten Blick vielleicht schon, ja. Aber eigentlich gibt es sogar einige Parallelen. Teamarbeit ist in beiden Bereichen das Wichtigste. Ob im Beruf, bei der Feuerwehr oder beim THW – man muss sich aufeinander verlassen können und der Zusammenhalt muss stimmen.

Erst vor kurzem waren Sie mit dem THW im Hochwassereinsatz in Simbach am Inn. Wie haben Sie die Situation dort erlebt?

Daniel Mahr: Als die Überschwemmungen anfingen, hat man uns zum Einsatz gerufen und mit allen Rettungsmitteln angefordert, die wir besitzen. Mit 2 Schlauchbooten und insgesamt sechs Mann rückten wir nach Simbach am Inn aus. Dort angekommen, war der Schock erst einmal groß: Die ganze Stadt war überschwemmt. Das war schon sehr beängstigend, aber nach kurzer Zeit funktioniert man einfach nur noch und konzentriert sich auf seine Aufgaben. 12 Stunden lang retteten wir ca. 70 Personen und einige Haustiere, die in ihren Häusern festsaßen. Erst um 6 Uhr morgens war ich nach diesem Einsatz wieder zuhause. Danach ging es nach nur wenigen Stunden Schlaf direkt weiter zur Arbeit.
Einen Tag danach rückten wir erneut mit drei Mann für ganze 10 Tage nach Simbach aus. Es wurde unsere Fachgruppe Logistik Materialerhaltung alarmiert. Unser Logistikstützpunkt in Simbach wurde beauftragt, die mobilen Stromaggregate mit Kraftstoff zu versorgen sowie defekte Geräte, Baumaschinen und Fahrzeuge instand zu setzen. Des Weiteren haben wir Getränke für die vielen freiwilligen Helfer in das Schadensgebiet transportiert und die Materialausgabe von Einsatzkleidung koordiniert.

Andere entspannen beim Yoga und Sie leisten wirkliche Knochenarbeit in Ihrer Freizeit. Meinen größten Respekt dafür. Das ist wirklich nicht selbstverständlich.

Daniel Mahr: Ja, manchmal ist es schon anstrengend und ab und zu bin ich dann auch froh, wenn es endlich Wochenende ist und ich einmal nicht zu einem Einsatz ausrücken muss. Aber dennoch überwiegt die Freude am Helfen. Ein schöneres Hobby kann ich mir derzeit nicht vorstellen.