"Es gibt nichts Schlimmeres als stumpfe Messer!"

Kiloweise Kartoffeln schälen für etwa 150 hungrige Ferienkinder? Für Martin Grave, Ausbildungsleiter bei FRIMO Lotte, kein Problem, sondern alles eine Frage der Technik. Seit 40 Jahren engagiert sich Martin Grave freiwillig in seiner Freizeit bei dem Ökumenischen Ferienlager Lienen - zunächst als Betreuer und seit 15 Jahren als Teil des Küchenteams. Jeden Sommer fahren rund 150 neun bis vierzehn Jährige Jungen und Mädchen samt Betreuer und Küchenteam für zwei Wochen in eine Schützenhalle im Paderborner Wald. Im Interview spricht Grave über die Arbeit im Küchenteam und darüber, inwiefern ihm seine Arbeit bei FRIMO in so manchen Kochsituationen bereits geholfen hat. Außerdem verrät er seinen persönlichen Küchengeheimtipp, wenn es ums Nudeln kochen geht.  

Herr Grave, Spaghetti Bolognese, Chili con Carne, Pizza – Was kommt den nun bei den Kindern am besten an? 

Grave (schmunzelt): Ach, ein richtiges Lieblingsgericht gibt es eigentlich gar nicht. Die Kinder lieben das Essen, egal, ob es Pizza oder Geschnetzeltes gibt. Vielleicht liegt es daran, dass bei uns in der Küche alles selbst gemacht wird. Dosenessen oder Fertiggerichte kommen uns nicht in die Tüte. Außerdem gibt es zu jedem Essen immer einen frischen Salat. Langweilig wird es bei uns auf jeden Fall nicht.

Ist es nicht teilweise eine echte Herausforderung für ein ganzes Ferienlager zu kochen?

Grave: Ja, das ist es. Nichts desto trotz macht es jede Menge Spaß. Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team von drei Männern und zwei Frauen, darunter ein gelernter Koch. Neben dem Kochen gehören natürlich auch der Einkauf und das Spülen mit zu unseren Aufgaben. In der Regel beginnt unser Tag damit, um halb 7 rund 400 Brötchen vorzubereiten. Am Wochenende gibt es sogar einen ausgiebigen Brunch mit unter anderem Rührei und Speck. Erst gegen 22 Uhr, wenn das Tagesprogramm endet, kehrt dann etwas Ruhe ein. Dann wird in gemütlicher Runde bei einem Bierchen über den Tag gesprochen und der nächste bereits geplant.

Ein richtiges Luxusferienlager also – zumindest was das Essen betrifft. Wie organisieren Sie sich in der Küche? In stressigen Situationen ist doch sicher Teamarbeit gefragt?

Grave: Teamarbeit ist natürlich immer wichtig und ich denke, wir haben da auch im Laufe der Zeit eine gewisse Routine entwickelt. Jeder hat aber auch teilweise seine ganz eigene Taktik, sich zu organisieren. Ich habe zum Bespiel immer mein eigenes Messerset dabei, denn nichts ist schlimmer als stumpfe Messer. Ab und zu werden wir auch kreativ: So haben wir beispielsweise schon eine Frikadellenmaschine – die Frikadello 2000 - gebaut, mit der man schnell und einfach Frikadellen fertigen kann.

Da lässt sich Ihr beruflich technisches Wissen ja sogar auf die Küchenarbeit übertragen?

Grave (lacht): Ja, auf jeden Fall! Unser Team besteht aus Tischlern, Handwerkern und Co. Da wird man auch schon einmal erfinderisch.

Würden Sie Ihre Tätigkeit bei FRIMO gegen den Beruf als Koch eintauschen?

Grave: Ne, ne… das Kochen macht zwar Spaß, aber bei FRIMO ist es einfach viel abwechslungsreicher.

Wenn ich Nudeln in großen Mengen koche, dann kleben die immer so… Haben Sie da einen Geheimtipp?

Grave (lacht):  Bei großen Mengen sollte man die Nudeln so lange kochen, bis sie kurz vor al dente sind. Anschließend wäscht man sie mit kaltem Wasser ab. Kurz bevor man sie serviert, übergießt man die Nudeln dann mit heißem Wasser. So lassen sich zusammenklebende Nudeln vermeiden.

Nun habe ich noch ein paar kurze Fragen an Sie, die Sie im Idealfall entweder ergänzen oder spontan beantworten sollen.

FRIMO bedeutet für mich: … ein Unternehmen, das niemals still steht.

Hätte ich einmal die Möglichkeit, die Kantine von FRIMO zu schmeißen, dann würde ich folgendes Gericht für meine Kollegen kochen: … (lacht) Theo kocht schon so gut, da kann man nicht mehr viel ergänzen.

Was ist die größere Herausforderung: Für ein ganzes Ferienlager zu kochen und alle satt und glücklich zu machen oder wissensgierige Lehrlinge auszubilden?

Grave: Die Lehrlinge! In der Küche im Ferienlager ist es wie gesagt eine reine Routine. Hier bei FRIMO treffe ich immer auf andere Menschen und auf neue Herausforderungen. So sehr ich das Kochen im Ferienlager liebe, aber die Arbeit bei FRIMO würde ich dagegen nicht eintauschen.