Interview mit Katja Eggemeier, Projektassistentin bei FRIMO in Lotte

Ein letztes Mal das Kostüm richten, den Text und die Choreographie erneut im Kopf durchgehen und los geht es: Das Licht geht an und Katja Eggemeier, Projektassistentin bei FRIMO in Lotte, betritt die Bühne und ist in ihrem Element. Seit 2003 ist sie Teil des Chores der Freilichtbühne Tecklenburg und das mit größter Leidenschaft: Neben Alexander Klaws in Joseph oder in Stücken wie Marie Antoinette – Katja Eggemeier und der Rest des Chores bereichern das Bühnenbild verschiedenster Stücke durch Schauspiel, Tanz und Gesang. Von der ersten Probe bis zu der Premiere ist es jedoch häufig ein langer und mühsamer Prozess. Wie sie ihr Hobby und die Arbeit bei FRIMO unter einen Hut bekommt, erzählt Katja Eggemeier im Interview.   

Viele Kollegen gehen nach dem Feierabend ins Fitnessstudio, verabreden sich zum Joggen mit Freunden oder lassen den Tag entspannt ausklingen. Sie spielen in Ihrer Freizeit auf der Freilichtbühne Tecklenburg mit. Wie ist es zu diesem eher außergewöhnlichen Hobby gekommen?

Katja Eggemeier: 2002 habe ich mir gemeinsam mit einer Kollegin ein Stück auf der Freilichtbühne Tecklenburg angeschaut und war schlichtweg begeistert. Ich war vor allem von den Darstellern, dem Schauspiel und dem Gesang angetan. Zufälligerweise suchte der Chor für das nächste Jahr neue Mitglieder und da bin ich einfach zu einer Probe hingegangen und seitdem bin ich mit dabei.

Bis zur Premiere von so einem Stück ist es sicherlich ein langer Weg.

Katja Eggemeier: Ja, das ist richtig. Die letzten vier Wochen vor der Premiere wird nahezu jeden Abend geprobt. Während die Hauptdarsteller meist schon ab 10 Uhr morgens proben, stößt der Chor erst ab 19:30 Uhr dazu. In der Probe werden die Lieder und die Choreographien beziehungsweise die Bühnenbilder einstudiert. Eine Woche vor der ersten Vorführung kommen dann das Orchester und die Kostümproben hinzu. Nach der Premiere folgen dann noch circa 20 weitere Aufführungen. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Musical Marie Antoinette, bei dem ich mitgewirkt habe. Das Musical war eines der Stücke, bei denen wir vom Chor am häufigsten geprobt und auf der Bühne mit dabei waren. Das war eine sehr anstrengende, aber auch wirklich schöne Zeit.

Das klingt nach einem sehr zeitaufwendigen Hobby. Möchte man da nicht manchmal nach dem Feierabend lieber relaxen anstatt sich in die Proben zu stürzen?

Katja Eggemeier: Das stimmt. Vor allem in der intensiven Probenzeit nimmt das Theaterspielen viel Zeit in Anspruch, aber ich möchte es auf keinen Fall mehr missen. Natürlich gibt es Tage, an denen man lieber auf der Couch bleiben möchte, vor allem wenn das Wetter mal nicht so mitspielt. Ist man allerdings erst einmal da, dann vergisst man diese Gedanken ganz schnell und taucht in eine ganz andere Welt ein - fast schon ein bisschen wie Urlaub (lacht).

Urlaub hört sich gut an, aber zur Arbeit müssen Sie dennoch täglich. Wie vereinbaren Sie das Theaterspielen mit Ihrer Arbeit bei FRIMO?

Katja Eggemeier: Durch meine festen Arbeitszeiten lässt sich das Theaterspielen sehr gut mit meinem Beruf vereinbaren, sonst würde ich es ja auch nicht machen (lacht). Außerdem ist es für mich der perfekte Ausgleich zum Alltag. Während einer Probe oder einer Vorstellung konzentriere ich mich auf den Gesang, auf die Choreographie und auf die Regieanweisungen, so dass ich privaten oder beruflichen Stress komplett vergessen kann.

Wie bereiten Sie sich auf die verschiedenen Stücke vor? Wird da vor der ersten Aufführung auch ab und zu vor den Kollegen geprobt und gesungen?

Katja Eggemeier (lacht laut): Nein! Meine Kollegen verschone ich damit, dafür sind die Chorproben am Abend ja da. Allerdings interessieren sich einige Kollegen durchaus für so manche Stücke und schauen sogar gelegentlich zu. Das freut mich dann natürlich sehr. Ansonsten höre ich mir vorab schon einmal die CDs mit den jeweiligen Liedern des Stückes an, um mich reinzuhören und ein Gefühl für das Stück zu bekommen. Momentan höre ich mir beispielsweise die CD von dem diesjährigen Stück Artus Excalibur an, bei dem ich mitwirken werde und welches Mitte Juni seine Premiere auf der Freilichtbühne Tecklenburg feiert.

Seit 2000 arbeiten Sie nun schon bei FRIMO. Seit 2003 sind Sie nun aktiv bei der Freilichtbühne in Tecklenburg. Wirkt sich das Theaterspielen positiv auf Ihren Beruf aus?

Katja Eggemeier: Durch die Freilichtbühne wurde ich sicher offener gegenüber fremden Leuten. Außerdem bin ich in so mancher Situation gelassener als ich es sonst vielleicht wäre. Das Theaterspielen ist jedoch vor allem eine willkommene Abwechslung zum Bürojob. Zum einen ist man an der frischen Luft, zum anderen haben sich dort einige Freundschaften und vor allem die Freude an der Musik entwickelt. Das alles macht einfach gute Laune – egal ob im Job oder privat.